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	<title>aischylos &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://wordpress.com/tag/aischylos/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "aischylos"</description>
	<pubDate>Tue, 14 Oct 2008 07:34:04 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Dieser mörderische Nervenzellenkitzel]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/?p=76</link>
<pubDate>Fri, 04 Jul 2008 18:45:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[Im südamerikanischen Exil ist alles irgendwie anders. Ein bisschen genießt man nämlich auch, dass]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Im südamerikanischen Exil ist alles irgendwie anders. Ein bisschen genießt man nämlich auch, dass nichts mehr so ist, wie es sein sollte.<!--more--></p>
<p>Wir trafen uns im Kaffeehaus, mehr oder weniger jeden Abend in der Woche, bis auf die Samstage. Eine seltsam kühle Runde, die aber immer irgendwann explodierte, wie ein schlampig gewartetes Atomkraftwerk. Die meisten von uns waren Schriftsteller. Ein Lyriker war dabei, zwei Dramatiker, auch ein paar Dramaturgen vom städtischen Theater; blasse, ernste Jungs, die erst mit versteinerten, verschreckten Mienen zuhörten, dann aber plötzlich mit unendlich herablassendem Gestus zu reden anfingen. Wie Betrunkene, die ohne Vorwarnung auf dich einreden, nachdem sie am Tresen zu sich gekommen sind. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie diese Typen je irgendwo irgendwem nützlich sein konnten.</p>
<p>Am meisten von allen mochte ich Sam. Sam war Alkoholiker und kein großer Geist, aber er war von leuchtender Intensität und von einem Zutrauen, das dampfte. Wie ein Stier in der Arena. Er fuhr auch gerne aus seiner Haut, und da er ein Hüne war, war das jedes Mal ein Erlebnis. Mir vertraute er, von Pinkelbecken zu Pinkelbecken, im Verlauf eines schrägen Abends mit gedämpfter Stimme an, sein großes Vorbild sei Ernest Hemingway. Aber er komme mit der Realität nicht so gut klar wie der Nobelpreisträger.<br />
„Darum trägt er auch einen Nobelpreis, und ich trage die Narrenkappe“, sagte Sam, pinkelte weiter und lachte.<br />
Ich erzähle das nicht, um ihn zu denunzieren, sondern nur, damit Sie sich ein Bild von ihm machen können. Und ein Bild von diesen zusammen gewürfelten Gesellschaften.</p>
<p>Und dann gab es da noch diese unglaublich kultivierte Blondine, die unverständliche, geheimnisvolle Gedichte schrieb. Eine Schwedin. Donna und ich hatten eine Zeitlang eine heiße Affäre. Jedenfalls hielt ich die Affäre für heiß. Donna offenbar nicht. Oder warum hätte sie mir sonst eines Abends, in einer Vorstadtkneipe, in die sie mich hatte kommen lassen, zwischen Besoffenen und tutenden Spielautomaten, eröffnen sollen, wir könnten uns nicht mehr sehen?<br />
„Ich liebe meinen Mann“, sagte sie. „Ich möchte meiner Ehe eine zweite Chance geben. Einer großen Liebe.“<br />
Ihr Mann war ein bekannter Journalist mit Herzproblemen, ein netter Kerl und eine tapfere Seele.<br />
Ich sagte: „Schreiben ist in erster Linie die Fähigkeit, sich selbst aufzuwühlen. Gleiches sollte vom Lesen gelten, aber die meisten Bücher geben das nicht her. Sie bringen die Ganglien nicht auf Trab. Stattdessen setzen sie, als pageturner, die Hände in Bewegung.“<br />
Mit diesem Sermon wollte ich signalisieren, dass ich schon kapiert hätte, was los war, dass ich aber lieber mein Herz nicht gebrochen bekäme. Donna nickte und zündete sich noch eine Zigarette an. Sie war eine unwahrscheinliche Frau, du meine Güte! Ich glaube, ich habe niemals zuvor oder danach einen Menschen so schön gefunden wie sie in diesem Augenblick, da sie mir den Laufpass gab und eine Zigarette rauchte.</p>
<p>Sam wartete an der Toilettentür auf mich. Er trug einen olivgrünen Anzug, fast ein bisschen militärisch, und dazu weiße Turnschuhe. Er sagte, als ich die Hände unter den Wasserhahn hielt: „Es scheint die Urform menschlichen Geschickes zu sein, dass das, was er hervorbringt, den Menschen späterhin verschlingt.“<br />
Ich sagte: „Hast du das auswendig gelernt?“<br />
„Ja, aber es ist von mir“, sagte Sam.<br />
„Ich find’s nicht übel“, meinte ich und strich mir die Haare aus der Stirn. „Du solltest das den Dramaturgen erzählen. Ich glaube, die setzen es gleich in ihr nächstes Programmheft.“<br />
„Bewahre“, rief Sam. „Die arbeiten gerade an einer Inszenierung der ORESTIE.“<br />
Ich sagte: „ORESTIE? So ein alter Griechen-Kram?“<br />
„Aischylos“, sagte Sam, wie einer, der auch nicht auf den Kopf gefallen ist.<br />
„Na ja, klar, Aischylos“, gab ich zurück, „was sonst?“<br />
Ich stieß die Toilettentür auf und sagte: „Jeder von uns weiß, was Bullshit ist, denn jeder von uns produziert tagtäglich beträchtliche Mengen davon. Aber was ist das Gegenteil von Bullshit? Niemand weiß es, obwohl es, rein logisch gesehen, dieses Zeug ja geben muss.“<br />
Sam dachte kurz nach. Dann sagte er: „Vielleicht ist das Gegenteil von Bullshit Poesie? Was meins du?“<br />
„Ich meine lieber gar nichts, aber du könntest schon Recht haben.“<br />
Wir gingen zum Tisch zurück, wo die anderen aufgeregt in einer Rauchwolke diskutierten. Das Atomkraftwerk stand kurz davor zu explodieren. Mitten auf dem Weg blieb Am stehen. Er hielt auch mich auf und sagte dann: „Ich gewissem Sinne sträubt man sich gegen die Wahrheit, denn die Wahrheit ist gleich bedeutend mit dem Tod, und darum gibt man dem alltäglichen Stuss den Vorzug.“<br />
Ich musste an Donna denken und nickte.<br />
Sam fuhr fort: „Wer möchte schon für die Wahrheit sterben? Oder gar DURCH die Wahrheit? Auch innere Not macht erfinderisch.“</p>
<p>Einer der Dramaturgen, so einer mit Werbetexter-Brille und Dreitagebart, sagte, als wir endlich zum Tisch zurückkehrten: „Man muss wirklich einen literarischen Text sehr sorgfältig Wort für Wort durchgehen.“<br />
Er sagte, seiner bescheidenen Ansicht nach gebe es zwei Arten von Lesern. Die einen seien GENAU, sie läsen tatsächlich Wort für Wort und genössen „die Dramaturgie des Satzbaus“.<br />
„Und die anderen?“ fragte ich.<br />
„Die anderen überfliegen die Texte nur, sie holen sich eine grobe Welt-Stimmung aus den Texten heraus. Darum lieben sie möglichst deutliche Figuren-Zeichnungen und scharfe Plotpoints, die die Handlung beschleunigen. Sie legen Wert auf Hell-Dunkel-Kontraste, auf eine strikte Gut-Böse-Dramaturgie. Und dazwischen gemengt, in die Fugen des Plots geschmiert bitte ein bisschen von dieser lyrischen Allerwelts-Philosophie, die kurz vor dem Einschlafen entsteht. Die Welt ist so und so, und die Menschen sind im Grunde doch so und so. Ihr wisst schon, was ich meine. Je leichter die Kost, desto leichter sind diese Leser zufrieden gestellt, denn im Grunde sehen sie im Text nur ein Hindernis, eine Brücke in eine unerträglich schwammige, kitschige Phantasie- und Ersatz-Welt.“<br />
„Klingt so, als fändest du diese Typen zum Davonlaufen?“<br />
„Das muss ich wohl nicht eigens betonen“, sagte der Dramaturg stolz.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gude og græske guder]]></title>
<link>http://gorzelak.wordpress.com/?p=2914</link>
<pubDate>Fri, 30 May 2008 23:09:17 +0000</pubDate>
<dc:creator>gorzelak</dc:creator>
<guid>http://gorzelak.da.wordpress.com/2008/05/30/gude-og-gr%c3%a6ske-guder/</guid>
<description><![CDATA[I går var Ane og jeg en tur i Gudes nye bolighus i Ringsted &#8212; og jeg har da (vistnok) aldrig ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>I går var Ane og jeg en tur i <a href="http://www.gudeindretning.dk/" target="_blank">Gude</a>s nye bolighus i Ringsted -- og jeg har da (vistnok) aldrig oplevet en så lang række af så helt igennem venlige og imødekommende ekspedienter. Som helt indlysende allesammen havde været på et eller andet intensivt kundebetjeningskursus. Absolut topkarakter. Vi fik vand og kaffe og kataloger og visitkort -- og alt, hvad der ikke tilfældigvis kostede noget andet, kostede kr. 24.995. Pr. stk. Vi forelskede os lidt i en sofa. Og bagefter gik vi i Jem &#38; Fix - faktisk to gange - og i Lidl. Hvor vi købte is.</p>
<p>På den filosofisk-litterære front: Jeg har læst "Tragediens fødsel" til ende og er nu gået i gang med "Hinsides godt og ondt". Som også er et værk af Nietzsche.</p>
<p>"Tragediens fødsel" i super-korthed: "Tragediens fødsel", som var Nietzsches første bog, handler om tragediens død, altså den græske, klassiske tragedies død. Aischylos og den slags. Sofokles. Men i virkeligheden handler bogen om DEN TYSKE ÅNDS KRISE. Stort set al tysk filosofi handler om DEN TYSKE ÅNDS KRISE.</p>
<p>I den græske tragedie, skriver Nietzsche, mødes de to store, græske guder, Dionysos og Apollon. Tragediens ophav er (i) det dionysiske, men formen, "plasticiteten", er apollinsk. Dionysisk og apollinsk er Nietzsches to hovedbegreber. I hvert fald i "Tragediens fødsel". Og tragedien dør, mener Nietzsche, fordi <a href="http://www.ebondi.com.au/starwars/sounds/disturb.mp3" target="_blank">ligevægten forstyrres</a>. Det livskraftige, dionysiske (med et freudsk ord) fortrænges -- og DEN STORE SKURK, som forbliver DEN STORE SKURK gennem hele Nietzsches forfatterskab, er kunst-haderen og den vil-alting-forklarende Sokrates. Fra og med Sokrates går der svagelighed, sygelighed og livsfornægtelse i ÅNDEN -- men med Richard Wagner, lader Nietzsche os forstå, begynder det atter at lysne.</p>
<p>Nietzsche mødte og lærte Wagner at kende, (vistnok) mens han skrev på "Tragediens fødsel". Senere røg de to TYSKE ÅNDER i dén grad i totterne på hinanden, bl.a. på grund af Wagners "Parsifal", som Nietzsche (ikke helt urimeligt) opfattede som et kristent værk. Det vil sige: Svageligt, sygeligt, livsfornægtende, sokratisk. Men i starten gik det helt godt.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Og nu Nietzsche]]></title>
<link>http://gorzelak.wordpress.com/?p=2905</link>
<pubDate>Wed, 28 May 2008 22:23:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>gorzelak</dc:creator>
<guid>http://gorzelak.da.wordpress.com/2008/05/28/og-nu-nietzsche/</guid>
<description><![CDATA[
Efter at have læst Safranskis 450 sider om Heidegger overvejede jeg at læse - for afslapningens s]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://gorzelak.files.wordpress.com/2008/05/nietzsche.jpg" alt="" /></p>
<p>Efter at have læst Safranskis 450 sider om Heidegger overvejede jeg at læse - for afslapningens skyld - noget Hegel. Men Ane nedlagde veto. Hun ville - vil - ikke have den slags i sit hjem --- "Men hvad med Kant?" Spurgte hun. Og jeg forsøgte. Men opgav hurtigt igen. Nu er vi imidlertid - som det sker i alle gode forhold, når bare man er tålmodig og forstår at tage hensyn til hinandens behov - nået frem til en kompromis-kandidat, nemlig Nietzsche.</p>
<p>Hvis Heideggers (senere) værker er, som Safranski meget kvikt karakteriserer dem i sin biografi, en slags "filosofisk dadaisme", så er Nietzsches værker -- hvad? Jeg har aldrig brudt mig om at læse Nietzsche, men nu gør jeg det - altså - alligevel. "Tragediens fødsel" -- som optakt til "<a href="http://gorzelak.wordpress.com/2008/05/12/pindsvinet-og-orestien/" target="_blank">Orestien</a>". Det er vistnok først og fremmest et spørgsmål om temperament. Jeg har lidt svært ved at snuppe Nietzsches opblæste stil, hans patos og hans arrogance. Men måske kan man vænne sig til det.</p>
<p>Nyt tag: nietzsche.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[At være undervejs]]></title>
<link>http://gorzelak.wordpress.com/?p=2794</link>
<pubDate>Mon, 12 May 2008 17:18:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>gorzelak</dc:creator>
<guid>http://gorzelak.da.wordpress.com/2008/05/12/at-v%c3%a6re-undervejs/</guid>
<description><![CDATA[Lidt mere om bøger. Man skulle tro, skulle man, at jeg i dette vejr kunne finde på andet og bedre ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lidt mere om bøger. Man skulle tro, skulle man, at jeg i dette vejr kunne finde på andet og bedre at tage mig til end at læse -- men dér kan man bare se, hvor fantasiforladt og kedelig jeg er.</p>
<p>Læser lige nu Rune Fritz Nicolaisens (indtil videre) udmærkede introduktion til Martin Heidegger, "<a href="http://www.saxo.com/dk/item/rune-fritz-nicolaisen-at-vaere-undervejs-haeftet.aspx" target="_blank">At være undervejs</a>".</p>
<p>Og jeg har bestilt to bøger via bibliotek.dk, hhv. Werner Muensterberger: "Collecting - An Unruly Passion - Psychological Perspectives" og John Elsner og Roger Cardinal: "The Cultures of Collecting". Årets tema er jo, skal vi ikke glemme, SAMLERI. Og Messiaen. Og Aischylos. Og Sade. Og psykoterapi. Og andet.</p>
]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tragödie auf neu]]></title>
<link>http://fraeuleinhartmann.wordpress.com/?p=6</link>
<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 00:28:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>FraeuleinHartmann</dc:creator>
<guid>http://fraeuleinhartmann.da.wordpress.com/2008/03/16/tragodie-auf-neu/</guid>
<description><![CDATA[
Berlin | DeutschesTheater | DieOrestie | Regie Michael Thalheimer

Neben Sophokles und Euripides gi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://fraeuleinhartmann.wordpress.com/files/2008/03/orestie1.jpg" alt="orestie1.jpg" width="447" height="200" align="middle" /></p>
<h2>Berlin &#124; DeutschesTheater &#124; DieOrestie &#124; Regie Michael Thalheimer</h2>
<p align="justify">
<p align="justify"><span style="color:#808080;"><em>Neben <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sophokles">Sophokles</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Euripides">Euripides</a> gilt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aischylos">Aischylos</a> als einer der bedeutensten Tragödiendichter. Sein Werk <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orestie">'Orestie'</a> teilt sich in drei Theaterstücke; es ist die einzige vollständig erhaltene Trilogie der griechischen Antike. Die Inszenierung <a href="http://www.deutschestheater.de/ensemble/regie_detail.php?pid=111">Thalheimers</a> beschneidet die drei Episoden stark, weswegen ein Aufführung in weniger als zwei Stunden möglich ist. Olaf Altmann hat als Bühnenbildner maßgeblich zum Erfolg der Premiere des Stückes am <a href="http://www.deutschestheater.de/index.php">Deutschen Theater</a> im September 2006 beigetragen.</em></span></p>
<p align="justify"><span style="color:#808080;"><em>Der Stoff fand unter anderem in Jean-Paul Sartres Wiederstandsdrama <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Fliegen">'Die Fliegen' </a>weitere Bearbeitung.</em></span><br />
-</p>
<p align="justify">der rahmen sollte dem griechischen schauplatz geschuldet sein. einem, wie es ihn gab, als das stück noch jung war. vor 2500 jahren. alle türen des saals standen offen. das licht blieb an. ich hätte wahllos kommen und gehen können. kein exklusives treffen, kein abtauchen ins dunkel des zuschauerraumes. Man hatte nicht einmal meine karte kontrolliert – (was wohl daran lag, dass ich recht spät war und hetzen musste)</p>
<p align="justify">das stück war niederschmetternd: vier, fünf menschen, die sich abmetzeln. alle bluts- oder wenigstens heiratsverwandt. alle haben gründe. alle haben recht.</p>
<p align="justify">das bühnenbild ist raffiniert: die bretter, die jetzt den sonstigen bühnenraum nach hinten komplett verschließen, werden bei jeder orestie mit unmengen blut bekippt. und nie gereinigt. also ist von den letzten zig vorstellungen noch alles besudelt. das macht die mehrfachen berichte vorangegangener morde so leibhaft. die szenerie wird ein stück tragischer, lächerlicher, auswegloser.</p>
<p align="justify">besonders als orestes auftritt: der verlorene bruder, der ersehnte retter: ein kerl, der sich (deutlich dargestellt) in die hosen pisst vor angst. der spricht, als würde er ein schlechtes gedicht gelangweilt vortragen und der nicht weiß, wie er an ort und stelle kam. mehr als alle anderen ist er eine puppe im götterspiel, das er nicht begann.</p>
<p align="justify">diese götter aber kommen nie.<br />
sie werden verehrt, gerufen, angefleht, vorgehalten, sie sind auslöser.<br />
aber man sieht sie nie. sie erhören nichts.<br />
die einzige instanz außerhalb ist der chor. er steht auf der zweiten empore, dem zuschauer im nacken. er mischt sich unentwegt ein. fragt, zweifelt, wundert, verurteilt, sagt los. Er erinnert unermüdlich an das gottgegebene gesetz: tun – leiden – lernen.</p>
<p><img src="http://fraeuleinhartmann.wordpress.com/files/2008/03/orestie2.jpg" border="2" alt="orestie2.jpg" width="322" height="145" /></p>
<p align="justify">was aber letztlich bleibt sind riesige lachen blut, bier, champagner, ein angebissenes brötchen. und ein haufen, wie nackte würmer. ein ziemlich verlassener haufen, blutüberströmt. alle bis auf den schwächling sind sie tot. dieser setzt sich zu den toten und wartet und wird wahnsinnig. keine götter, keine gründe. nichts.</p>
<p align="justify">-</p>
<p align="justify">ich kann mich dann die ersten momente kaum lösen. bin immer froh, allein da zu sein und hau so schnell wie möglich ab. damit ich das dümmliche gequatsche nicht hören muss.<br />
ich will den eindruck noch ein wenig behalten und betrachten.</p>
<p align="justify">die einzige inszenierung, die die heutige übertroffen hat:<br />
‚Penthesilea' nach Luk Perceval.<br />
hier mussten die saalwärter mich zum gehen bewegen. Ich war noch minutenlang sitzen geblieben. erst als ich dann draußen war, schon ein paar schritte gegangen war, da bin ich in wilde tränen ausgebrochen.</p>
<p align="justify">-</p>
<p align="justify">das theater soll in mir herumwühlen.</p>
<p align="justify">ganz krank macht mich all das geflüster und gehuste und gerotze und getrete und gekratze. das widert mich so an.</p>
<p align="justify">es wird der tag kommen, da ich kein schauspielhaus mehr betreten kann.</p>
]]></content:encoded>
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